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Vor ziemlich genau 15 Jahren schnupperte ich zum ersten Mal Freestyle-Luft im Jumpin Mettmenstetten. In gewisser Weise war es Liebe auf den ersten Blick und Faszination für eine Sportart voller Spektakel und Nervenkitzel. Nie hätte ich im Sommer 1999 zu träumen gewagt drei Mal die Schweiz an Olympischen Spielen zu vertreten, an Weltmeisterschaften um Medaillen zu kämpfen, 11 Jahre mit der Nationalmannschaft um den Globus zu tingeln und mich mit den Besten zu messen. Nun ist es an der Zeit dem Spitzensport Adieu zu sagen. Ein Entscheid der mir nicht leicht fällt, der aber lange gereift ist und der mit dem Ende eines Olympischen Zyklus’ zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen die mich in den letzten Jahren in irgendeiner Form während meiner langen Karriere gefördert und unterstützt haben. Spezieller Dank gebührt meiner Familie, die sich uneingeschränkt für mich eingesetzt und stark gemacht hat. Der Firma Netcetera, die es mit einem professionellen Internetauftritt allen Daumendrückern aus Nah und Fern ermöglicht hat, meinem Training und Wettkämpfen zu folgen. Swiss-Ski und Swiss Olympic für die Bereitstellung eines professionellen Trainings- und Wettkampfumfeldes sowie finanzieller Unterstützung. Dem Skiclub Horw, der mich auch nach meinen Versuchen als Alpinrennläufer während all meinen Jahren im Freestyle-Sport unterstützt hat. Und zum Abschluss ein grosses Dankeschön allen Sportbegeisterten, die meine Karriere verfolgt haben, von Zeit zu Zeit die Daumen gedrückt haben und bei meinen Wettkämpfen mitgefiebert haben.

Merci

Medienmitteilung Swiss-Ski

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Liebe Blog-Leser, gerne hätte ich euch in den letzten Tagen brühwarm von Skandalen, weltbewegenden Ereignissen sowie Tratsch und Klatsch berichtet, doch auch die olympischen Uhren ticken im gleichen Rhythmus wie alle anderen. Keine Frage, ich verfolge die Wettkämpfe wann immer möglich, aber mein Fokus ist auf meinen Wettkampf gerichtet und da bleibt wenig Zeit für Eskapen und Schlendrian, denn morgen ist der dieser Wettkampf - der Olympia-Wettkampf. Meine Hausaufgaben sind erledigt und morgen gilt es mein Können abzurufen. 

Wer mitfiebern will, SRF zeigt die Qualifikation im Sotschi Player um 14.45 Uhr MEZ und den Final um 18.30 Uhr.

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Guten Morgen in die Schweiz! Mein Sonntag stand im Zeichen von Mitfiebern vor dem Fernseher und im Skisprungstadion. Ich verfolgte die Abfahrt der Männer gemütlich auf dem Sofa, jubelte mit meinen Freestyle Kameraden über Dario Colognas Goldmedaille und feuerte meinen Skiclub Kollegen Gregor Deschwanden und Überflieger Simon Ammann vor Ort an der Sprungschanze lauthals an. Leider lagen die Spitzenplätze ausser Reichweite, aber wenige Meter entfernt lädt die grosse Schanze für neue Höhenflüge ein.

Am Nachmittag traf ich mich mit Tele1 für eine kleine Russischlektion. Nur kurze Sätze waren bereits eine Herausforderung und ich schlug mich mehr schlecht als recht. Zumindest gab es viel zu lachen und wer sich für meine Kentnisse der russichen Sprache interessiert, der soll heute Montag um 18.30 Uhr, statt in die Röhre, Tele1 schauen.

Heute steht das erste Training auf dem Programm und mein Ziel ist es, mich an die Schanze und die Umgebung zu gewöhnen. Eine Empfehlung an alle Olympia-Verfolger, um 19.00 Uhr MEZ startet das Buckelpisten-Finale. Keine Schweizer am Start, aber die Athleten sorgen wahrlich für Spektakel.

Nun zurück ins Schweizerland und ich wünsche einen guten Wochenstart.

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Grüezi Schweiz, ich melde mich zum ersten Mal aus dem Olympischen Dorf in Sotschi. Sotschi ist ja nicht ganz korrekt, denn mein provisorisches Zuhause ist das Mountain Village in Rosa Khutor, eine knappe Stunde vom Costal Village in Sotschi entfernt. Das Village befindet sich auf einem kleinen Hochplateu, umrahmt von steilen Flanken und hoch aufragenden, tief verschneiten Gipfeln. Ein wahrer Blickfang! 

Am Donnerstag bin ich spät abends mit dem Schweizer Team in Rosa Khutor eingetroffen und richtete mich sogleich im Zimmer wohnlich ein. Von Chaos und schlechter Infrastruktur habe ich nichts gespürt, obwohl neben den Strassen noch viel und rund um die Uhr gearbeitet wird. Doch weder kaltes Wasser noch kalte Heizungen waren ein Thema. Die unzähligen bunten Volunteers sind sehr zuvorkommend, hilfsbereit und offen.

Kaum die sind ersten Eindrücke von Olympia verdaut, folgt mit der Eröffnungsfeier einer der Höhenpunkte der Spiele und bin ich mittendrin. Ausgelassene Stimmung unter den Athleten und eine beeindruckende Show mit viel russischer Geschichte im Stadion. Wie zu erwarten, darf der Rücktransport ins Mountain Village als langwierig bezeichet werden, aber mit der verlockenden Aussicht auf Ausschlafen, liess ich mich von den Verzögerungen auf der Strasse nicht aus der Ruhe bringen und genoss nach der Ankunft eine grosse Mütze Schlaf.

Heute hielt sich mein Bewegungsdrang in Grenzen. Deshalb überbrückte ich die rund 1'200 Höhenmeter zum Rosa Peak per Gondel und liess meinen Blick über die kaukasischen Berge schweifen. So ganz sei erwähnt, dass heute keine Wolke den Himmel trübte und ich die Sonnenstrahlen in vollen Zügen genoss.

Allen eher optisch orientierten Blog-Lesern, kann ich mein Facebook-Album Sotschi 2014 empfehlen und gebe damit zurück in die Schweiz, um mich morgen wieder direkt aus dem Mountain Village in Rosa Khutor zu melden.

Sotschi

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Ich bin zum dritten Mal an Olympischen Spielen dabei. Welch ein Privileg, nach Turin 2006 und Vancouver 2010, in den nächsten zwei Wochen das Schweizerkreuz und die rot-weissen Farben in Sotschi zu vertreten. Die Qualifikation für die Spiele in Russland war für mich keine Selbstverständlichkeit und bedeutet mir nach einer verpassten Saison sehr viel. Ich bin stolz ein weiteres Mal die Schweiz an einem der grössten Sportanlässe zu repräsentieren und neben dem Schweizerkreuz schlägt mein Herz natürlich auch für die blau-weisse Leuchtenstadt.

Die Kleider der Olympia-Kollektion sind frisch gewaschen und am Donnerstagmorgen hebe ich mit der Schweizer Delegation nach Sotschi ab. Bereits am Freitag steht mit der Eröffnungsfeier ein erster Höhepunkt auf dem Programm. Das wichtigste Datum jedoch ist der Montag 17. Februar. Dann stehe ich selber am Start und drehe meine Salti und Schrauben im Abendhimmel von Rosa Khutor. Der genaue Zeitplan und die Übertragungszeiten folgen in den nächsten Tagen. 

Wiederum berichte ich täglich aus Sotschi und erfreulicherweise sind dieses Jahr Fotos aus den Villages, Wettkampfstätten und dem olympischen Leben erlaubt, welche auf meiner Facebook - Athleten-Seite zu finden sind. 

Für den Moment ist meine Vorfreude riesig und alles weitere aus dem Alltag in Sotschi ist hier zu lesen. Hopp Schwiiz!

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Wo gibt's Wintersport in einem Sommer Olympiastadion? Beim Freestyle natürlich! Die Chinesen haben wenige Tage vor Weihnachten einen grossartigen Wettkampf im Olympiastadion von Peking auf die Beine gestellt. Auf einem Gerüst bin ich schon in Moskau gesprungen, doch in einem 80'000 Plätze fassenden Stadion einen Wettkampf zu bestreiten ist einmalig. Das Vogelnest bildet auf der einen Seite eine spektakuläre und atemberaubende Kulisse, auf der Anderen erzählt das Stadion von grossen Siegen, die an den Olympischen Spielen 2008 erreicht wurden.
Inspiriert von der Atmosphäre gelang mir ein guter Qualifikationssprung, der mich an 3. Position in den Final starten liess. Leider verhielt es sich im Finale ähnlich wie eine Woche zuvor in Beida Lake und ich stand meinen ersten Finalsprung wieder nicht. Uninspiriert und enttäuscht belegte ich den 9. Rang in der Endabrechnung. Trotzdem erfüllte ich mit dem 9. Rang die Qualifikationslimite für die Olympischen Spiele, doch Vorsicht: Das erreichen der Limite bedeutet noch kein Flugticket nach Sotschi, sondern heisst weiterhin gute Resultate erziehlen und an meiner Konstanz arbeiten.

Nun stehen noch drei Weltcup-Wettkämpfe vor den Olympischen Spielen aus. Drei Springen, acht Tage und drei verschiedene Austragungsorte. Eine ungewohnte Situation und gedrängtes Programm, findet doch sonst pro Woche ein Wettkampft an einer Stätte statt. Naja, ich habe mich über die Feiertage gut erholt und freue mich auf die letzte Qualifikationsperiode. Zuerst heisst es nun aber 21 Stunden Reisezeit nach Salt Lake City in Angriff zu nehmen.

Zum Schluss wünsche ich allen Lesern einen guten Start ins neue Jahr und lassen wir uns überraschen was das 2014 zu bieten hat. 

Resultate Beijing

Youtube Video Finale Bird's Nest

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Das gefühlte Ende der Welt in China und langsames Internet verhinderten einen früheren Blog-Beitrag zum Saisonstart. Doch ich will euch nicht mit Klagen und Nebensächlichkeiten aufhalten, sondern ohne Umschweife auf die wirklich wichtigen Ereignisse schwenken - den Saisonauftakt.

Letzten Sonntag startete ich seit fast zwei Jahren wieder an einem Weltcupspringen. Dieses wurde in Beida Lake (CHN) ausgetragen, im chinesischen Niemandsland und nur 180 Kilometer von der Nord-Koreanischen Grenze entfernt. Auf jeden Fall gab ich in Beida Lake mein Comeback, wie es im Fachjargon auch gerne genannt wird und schlug mich ganz passabel. Im ersten Durchgang landete ich auf dem 5. Rang und qualifizierte mich für den Final der besten 12 Springer. Leider misslang mir nach schöner Ausführung die Landung im Finale und ich rangierte mich in der Endabrechnung auf dem 11. Platz. Obwohl eine bessere Platzierung in Reichweite lag, bin ich zufrieden mit meinem ersten Auftritt nach langer Wettkampfabsenz und habe bereits einen Teil der Olympialimite erfüllt. 

Am kommenden Sonntag steht schon der nächste Wettkampf auf dem Programm und dies an geschichtsträchtiger Stelle - dem Birds Nest in Peking. Das riesige Olympiastadion beherbergt die Freestyler in dieser Woche auf einer "Gerüst-Schanze". Ich bin gespannt was mich im Stadion erwartet und melde mich nach dem Wettkampf wieder.

Resultate

DSC_0010_2.JPGAm letzten Wochenende lag er in der Luft. Der Winter. Er klopfte nicht vorsichtig an, nein, er fegte über das Land und liess die Flocken bis fast nach Luzern fallen. Der Winter steht vor der Tür und damit rückt mein Saisonstart einen Schritt näher. Wie im letzten Blog-Eintrag erwähnt, zog ich meine ersten Kurven in Saas Fee und gewöhnte mich an den Schnee. Abfahrten auf den langen Latten lagen nur wenige drin, denn auf meinem Sprung-Konto ist bereits eine stattliche Anzahl Sprünge gutgeschrieben worden. Leider ruckelte meine Standleitung zu Petrus etwas und ich musste auf einige Tage Schneetraining verzichten. Es heisst der älteste Urner sei der Föhn. Dieser Tatsache möchte ich in keiner Weise widersprechen, fliesst doch viel Urner Blut in meinen Adern, aber auch auf dem Gletscher oberhalb von Saas Fee ist der Föhn, zum Leidwesen der Skiakrobaten, ein alter Bekannter. Ich möchte mich hier gar nicht im Detail zum Training äussern, sondern Bilder sprechen lassen. Über das Training in Saas Fee ist ein kurzes Video entstanden, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es handelt sich dabei um meine ersten Gehversuche mit Videomaterial, also lasst Milde walten. Trotzdem bin ich dankbar für Tipps und Tricks im Bezug auf Videobearbeitung, Schnitt und was sonst noch alles dazu gehört, denn es sollen noch mehr Videos folgen. 

Mein nächster Stopp liegt in Finnland. In Ruka um genauer zu sein. Ein weiteres Mal bereite ich mich in der Nähe des Polarkreises auf die ersten Wettkämpfe vor. Ich hoffe auch dieses Jahr auf gute Bedingungen und ein erfolgreiches Training in der finnischen Dunkelheit. Für den Moment ist mein Fundus an weltbewegenden Neuigkeiten erschöpft, doch sobald sich etwas an der Front bewegt, erstatte ich umgehend Bericht.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Sotchi, habe ich meine Aktivität in den Social-Media etwas ausgebaut und eine Fan-Page auf Facebook erstellt. Dort findet Ihr Fotos und kleine Kommentare aus meinem Sportler-Dasein. Ich freue mich auf jeden Fall auf viele Likes - Merci!

DSC_0001.JPGVor einigen Tagen war es soweit. Der Himmel war bedeckt, leichter Nieselregen fiel aus den Wolken und ich stand - zu 99.99% - zum letzten Mal zuoberst im Anlauf der Wasserschanze. Neben dem bevorstehenden Sprung, schlich sich etwas ungewohntes in meine Gedanken. Ich konnte in diesem Moment einen gewissen Anflug von Semtimentalität nicht leugnen, doch die Aussicht auf das Ende des Wasserschanzentrainings und die ersten Sprünge im Schnee überwog meine Gefühlsdusseleien. So stieg ich mit einem breiten Grinsen aus dem Wasser, stellte meine Skis in die Ecke und hängte den Neoprenanzug an den Nagel.

Die Vorbereitung im Jumpin lief nicht exakt nach meinen Wünschen. Ich kämpfte lange Zeit mit meinen Absprüngen, zuerst auf der Doppelschanze, dann auf der Dreifachen. Es wollte sich auf Teufel komm raus kein gutes Gefühl einstellen und ich suchte vergebens den Rhythmus für die Schanze. Ein, zwei Mal schien mir der Teufel die Motivation zu rauben, doch der Gedanke an Sotchi liess mich immer wieder die Treppen hochsteigen und weiter das verloren geglaubte Gefühl suchen. Wie schon Kuno Lauener von Züri West zu singen pflegte: "Irgendeinisch fingt ds Glück eim", fand ich zumindest das Gefühl wieder- oder fand es mich? Seis drum, ich knüpfte zum Ende des Wassertrainings an frühere Leistungen an und damit liess ich das Jumpin Jumpin sein.

Eine knappe Woche später gruben sich meine Kanten in den Pulverschnee auf dem Allalingletscher oberhalb von Saas Fee und die Herbstsonne kitzelte meine Nasenspitze. Grüezi Saas Fee, hallo Sonnenschein, auf zum Schneetraining lautet die Devise für die nächsten zwei bis drei Wochen - je nach Petrus' Launen. Das wiedergefundene Gefühl der Wasserschanze ist mit von der Partie und diesmal lass ich es mir nicht mehr abluchsen.

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Die Zeit rinnt dahin wie der Schweiss über die Stirn. Es scheint als hätte sich Petrus meine Worte sehr zu Herzen genommen und die Schweiz auch über die Gigathlon-Woche hinaus mit schönem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen bedacht. Nun lasse ich aber des Schweizers Smalltalk Thema Nummer eins und blicke auf den Gigathlon zurück.

Mit grosser Vorfreude traten Andrea, Jessica, Oli, Christoph und ich die Fahrt nach Chur an, um das Abenteuer Gigathlon in Angriff zu nehmen. Als erfahrene Gigathleten liessen wir uns von der Vorabend-Nervosität im Camp nicht anstecken, tankten aber Wettkampfatmosphäre gemischt mit viel Motivation und einer Prise Euphorie.

Ich durfte am nächsten Morgen mit dem Rennvelo den Gigathlon für unser Team eröffnen und von Chur in die Lenzerheide strampeln. Eine atem(be)raubende Strecke mit vielen Höhenmetern, die ich aber im Hinblick auf kommende Herausforderungen sehr gemächlich absolvierte. Langsam starten, langsam steigern und am Schluss voll aufdrehen war unsere Devise. 

Die 40 Kilometer auf den Inlines am zweiten Tag sorgten für leichte und ungwohne Nervosität, die sich aber auf der Strecke Schritt für Schritt in Luft auflöste und Dank eines schnelleren Gigathleten legte ich die zweite Hälfte, in dessen Windschatten, in einer sehr ansprechenden Zeit zurück.

Am Mittwoch stand im wahrsten Sinne eine Wand vor mir. "Per pedes" vom Schiff diretissima über das geschichtsträchtige Rütli hinauf nach Seelisberg und weiter via Emmetten, Beckenried nach Ennetbürgen. Leidvolle 23 Laufkilometer in einer wunderbaren Kulisse verlangten fast alles von mir ab und nicht nur einmal sah ich mich vor meinem inneren Auge am folgenden Tag kraftlos am Glaubenberg stehen, anstatt volle Pulle in die Pedale zu treten.

Ich muss gestehen, vor der vierten Etappe, von Ennetbürgen nach Bern, graute mir bereits Tage vorher und dicke Wolken zogen sich über meinem Haupt zusammen, denn der Aufstieg zum Glaubenbergpass ist steil und schweisstreibend. Besonders über die Mittagszeit bei Temperaturen über 30° und wolkenlosem Himmel. Prompt erwischte ich einen Schnellzug bis Sarnen und mein Motor kratzte bereits am roten Bereich. Im weiser Voraussicht liess ich den Rest der Gruppe ziehen und strampelte in meinem Rythmus den Glaubenberg hinauf. Oben angekommen war es an der Zeit, mein Versprechen einzulösen und von nun an bis nach Lausanne keine Körner mehr zu sparen. Glücklicherweise bot sich die Gelegenheit auf einen weiteren Schnellzug aufzuspringen und im Nu fuhr ich in Bern in die Wechselzone. Ausgepumpt, doch mit einem Lächeln im Gesicht freute ich mich auf den Erholungstag in Bern. 

Da Christoph im Handbike die Rennvelostrecke etwas unterschätzte und ihm der Besenwagen im Nacken sass, stand ich plötzlich als einziger verbliebener Inliner etwas verloren im Marzili. Was für ein Privileg die rote Laterne zum Flughafen Bern-Belp zu tragen dachte ich mir und gab vollgas, um möglichst schnell die einsame Jessica in die kühle Aare zu schicken.

Bereits stand die letzte Etappe auf dem Programm und mir wurde die Ehre zuteil, den Gigathlon auf der Laufstrecke abzuschliessen. Ich mobilisierte meine letzten Reserven und lief nach 16 Kilometern mit dem ganzen Team ins Ziel. Glücklich, zufrieden und müde nach sechs Tagen Gigathlon liessen wir den Abend bei einem gemütlichen Nachtessen ausklingen.

Ein grosses Dankeschön an Jessica, Andrea, Oli und Christoph für die tollen Leistungen und das unglaublich gut harmonierende Team. Wir haben gelacht, gelitten, Hochs und Tiefs überwunden, Sprüche geklopft und waren mittendrin statt nur dabei - Merci!